Djerba


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Djerba - Zwischen Palmen träumen
Auf der grössten Insel Nordafrikas bestimmen lange Strände mit freistehenden Palmen das Landschaftsbild. Grosszügige Hotelanlagen mit ihrem inseltypischen Baustil passen sich harmonisch der Landschaft an. Das wettersichere Klima bis in den Spätherbst machen die Insel zur beliebtesten Bade- und Wellness-Destination im Mittelmeer.

Nebst vielfältigen Wassersportmöglichkeiten finden sich Angebote für Aktivferien mit der Trendsportart Kiten und Tauchen. Zu Lande bieten sich Spaziergänge, Velotouren und Ausritte auf Pferde- oder Dromedarrücken an. Eine attraktive Golfanlage inmitten einer Hotellandschaft lädt zum Golfspiel ein. Djerba ist das Tor zur faszinierenden Welt der Wüste Sahara.

Die Palmeninsel
Sie werden überrascht sein, Djerba ist flach. Der grösste Teil der Insel besteht aus trockener Landschaft mit alten Olivenbäumen, Obsthainen, Palmen und Gräsern. Jedes der kleinen weissen Häuser mit halbkugelförmigen Kuppeln hat seinen eigenen Hof; Männer und Frauen tragen Strohhüte, und vor die Pflüge sind auch mal Kamele gespannt.

Djerba verdankt seine Besonderheit und seine Schönheit der aussergewöhnlichen Lage. Tief im Süden Tunesiens, nicht weit von der Grenze zu Libyen, ruht das kleine Eiland wie eine riesige Sandbank im warmen, seichten Wasser vor der Küste.

Die ausgedorrte Erde erhält weniger als 200mm Regen im Jahr; die Datteln, die hier wachsen, sind nur als Futter für die Kamele zu gebrauchen, und das Getreide überlebt nur dank der Bewässerung aus den Hunderten von Brunnen und Zisternen, die überall zu sehen sind. Doch das trockene, heisse Klima und die kilometerlangen Sandstrände machen Djerba zum Paradies für die sonnenhungrige Touristen, die während des ganzen Jahres an die Nordküste pilgern.

Djerba behauptet, die von Homer in der Odyssee beschriebene Insel der Lotusesser zu sein, wo Odysseus' Männer die "Frucht des Vergessens" gekostet haben sollen. Doch abgesehen von dieser Legende ist es wahrscheinlich, dass die ersten Siedler jüdische Flüchtlinge waren, die nach der Zerstörung Jerusalems im 6. Jh.v.Chr. hier Schutz suchten. Ihre Nachkommen leben noch heute in den Dörfern Hara Kebira und Hara Seghira. Die Phönizier und Römer kolonisierten die Insel und bauten einen Verbindungsdamm zum Festland (unmittelbar östlich des heutigen Damms).

Im Jahre 655 fielen die Araber ein, und im Mittelalter kämpften die Sizilianer, Normannen und Hafsiden nacheinander um Djerba. Im 16. Jh. war die Stadt schliesslich der Stützpunkt der berüchtigten Seeräuber Barbarossa und Dragut Ali, bis die Insel während der osmanischen Periode schliesslich zu Tunesien geschlagen wurde.

Borj El Kebir (Grosses Fort) ist die Festung aus dem 15. Jh. unten am Meer. Sie wurde auf den Fundamenten eines Forts aus dem 13. Jh. errichtet, welches seinerseits auf den Grundfesten einer römischen Anlage stand. Nacheinander wurde es von Hafsiden, Spaniern, Türken und im 16. Jh. von Barbarossa und Dragut Ali als Garnison benutzt. Im Jahr 1650 stürmten Dragut und seine Männer die Feste und metzelten erbarmungslos die 5000 spanischen Verteidiger nieder. Aus ihren Schädeln errichteten die Piraten eine hohe Pyramide, die ein grausiges Mahnmal darstellte, das man erst im Jahre 1848 wieder beseitigte.

Houmt Souk ist das Geschäftszentrum mit den Büros der Fluggesellschaften, Banken, Reisebüros, Autoverleihfirmen, Restaurants und vielen kleinen Läden. Trotzdem ist es aber kaum mehr als ein grosses Dorf, dessen Zentrum die Souks sind, ein Irrgarten aus engen Gassen und weissgewaschenen Plätzen, wo die Verkaufsstände mit lokalen Handwerksgegenständen überfüllt sind - mit Töpferwaren, Teppichen, Korallen und Schmuck.

Das kleine, aber ausgezeichnete Museum für Volkskunst und Volkstraditionen (Musée des Arts et Traditions Populaires) ist in der Zaouia (Heiligtum) des Sidi Zitouni am Stadtrand untergebracht, inmitten eines hübschen Gartens. In den ersten Sälen sind traditionelle Kleidungsstücke und Kostüme für besondere Anlässe ausgestellt. Alter Schmuck, Keramik, Tischler- und Schnitzereiarbeiten zeigen die Kunstfertigkeit der Handwerker. Das Museum ist täglich ausser freitags von 9-12 Uhr und von 15-17.30 Uhr geöffnet.

Östlich von Houmt Souk liegen die besten Strände der Insel - Sidi Maharès, Sidi Garous und La Séguia - die auf 20km Länge nur durch die Felsen von Ras Taguerness unterbrochen werden. Diese Landspitze mit dem grossen Leuchtturm ist übrigens auch als der beste Platz zum Schnorcheln bekannt.

Ungefähr 8 km südlich von Houmt Souk liegt das älteste Gotteshaus der Insel, die
Synagoge La Ghriba. Sie wurde in den 20er Jahren unseres Jahrhunderts gebaut. Entsprechend der örtlichen Legende soll hier 600 v. Chr. ein heiliger Stein vom Himmel gefallen sein, weshalb Juden aus ganz Nordafrika hierher pilgern. Ein Rabbi wird Sie empfangen und Ihnen die Synagoge zeigen, deren Fundamente in ihrem ältesten Teil sehr wahrscheinlich bis ins 5. Jh. v. Chr. zurückgehen. Legen Sie die Schuhe ab und bedecken Sie Ihren Kopf bevor Sie eintreten (die Synagoge, ist für Besucher am Samstagmorgen, dem Sabbath, geschlossen).

Guellala, auf der Südseite der Insel, ist das Zentrum von Djerbas Töpfereigewerbe. In den holprigen, ungepflasterten Strassen drängen sich Dutzende von Töpferwerkstätten, Brennöfen und kleine Fabriken. Und überall lädt ein Schild die Besucher ein, hereinzukommen und sich umzusehen.

Der zweitgrösste Ort auf Djerba,
Midoun, ist vor allem ein Marktflecken, wo jeden Freitag ein lebhafter Souk unter freiem Himmel abgehalten wird. Ein wahres Erlebnis: Von Früchten und Gemüse über Stoffe und Tiere können Sie so ziemlich alles erwerben - oder einfach nur das bunte Treiben mit all den verschiedenen Düften geniessen! Eine andere Touristenattraktion ist die traditionelle Berber-Hochzeit, die man jeden Dienstag für die Besucher feiert.


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