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Bizerte und Badebucht Raf Raf


Im alten Hafen von Bizerta ziehen bunte Boote vorbei an den Cafes und den ehrwürdigen Gemäuern der Medina. Im Labyrinth der Strassen erwarten den Besucher bunte Märkte, osmanische Brunnenspiele oder alte Sehenswürdigkeiten wie die Grosse Moschee. Einen Besuch wert ist die Kasbah. Mächtige Mauern umgeben diese wahrhaftige «Stadt in der Stadt» mit der Moschee, den engen Gassen und der Ksiba – eine kleine Festung, in der heute das «Meeresmuseum» untergebracht ist.

Mit seinen breiten feinsandigen Stränden eignet sich Bizerta hervorragend für den Urlaub, fernab jeglichen Trubels, aber trotzdem in der Nähe der Hauptstadt Tunis. Auch für Wassersport-Fans ist Bizerta mit seinen Tauchbasen und dem Unterwasser-Tauch-Zentrum ein wahres Eldorado. Der grosse Naturpark lchkeul ist eine wahres Eldorado für jeden Naturliebhaber. Im Herbst treffen sich hier an dem grossen Salzsee Tausende von Zugvögeln. In und um das Moor weiden seltene Büffel und eine bewaldete Hügellandschaft bringt eine bunte Vielfalt an Fauna und Flora zum Vorschein.

Lohnende Ausflugsziele ab Bizerte
Römische Siedlung Utique
Naturschutzgebiet rund um den Lac Ichkeul
Thuburbo Majus
Dougga
Tunis-Stadt mit Souk und Bardomuseum
Sidi Bou Said und Karthago
Djebel Nadour

Transfer
Neue Autobahn zwischen Flughafen Tunis und Bizerte.
Fahrtzeit ca. 50 Minuten.

Sidi Bou Said

Blau-weiss leuchtet das Künstlerstädtchen Sidi Bou Said über den Höhen des Golfs von Tunis. Die beiden Maler August Macke und Paul Klee haben sich durch den Charme des von den Mauren gegründeten Städtchens mehr als inspirieren lassen. Die so berühmten Farben und Formen, die weissen Häuser, die Ecken und Gassen, die mit Nägeln verzierten blauen Tore und der Zauber der fuchsiafarbenen Bougainvillablüte.

Karthago

Karthago wurde 814 v.Chr. von den Phöniziern gegründet. Es war ursprünglich orientalisch-afrikanischen Charakters. Rom verlieh Karthago das Adjektiv ‚punisch’. Zahlreiche phönizische Handelsniederlassungen entlang der Mittelmeerküste waren zu einem riesigen und reichen Reichsbund zusammengeschlossen. So wurde Karthago zu einer der mächtigsten Imperien des antiken Mittelmeerraums. Karthago glänzte mehr als 1000 Jahre lang, bevor Rom diesem Ruhm ein Ende setzte. Drei Kriege gegen Rom führten zum Untergang des einst mächtigen Karthago, die Stadt wurde jedoch alsbald unter römischer Führung neu errichtet. Viele Überreste gibt es nicht mehr, aber diejenigen, die übrig sind, strahlen solch ein Kraft aus, das sie diese Zivilisation in der Vorstellung aufleben lassen: beinahe moderne und architektonisch interessante Häuser, Weihstelen mit Eingravierungen rätselhafter Muster, kleine Statuen und Sarkophage, die orientalische Riten zuzuschreiben sind, Masken, Schmuck und mit Symbolen verzierte Amulette.

Heutige Ausgrabungen zeigen eine Mischung von Elementen der alten punischen Zeit sowie von römischen Häusern und römischer Lebensweise. Die wichtigsten Exponate werden im Nationalmuseum von Karthago gezeigt, wo ein archäologischer Park vier Abteilungen aufweist. Die prähistorische Abteilung erzählt von der Zeit vor dem Erstarken der Stadt als Handelsmacht, welche während ihrer Blüte sowohl Sardinien als auch Sizilien unterwerfen konnte. Über diese Ereignisse und natürlich auch den grossen Feldherrn Hannibal gibt die punische Abteilung Auskunft, während die römische Ausstellung aus der Zeit berichtet, als Karthago zum Römischen Reich gehörte. Dieser Zeitabschnitt ging über in die frühchristliche Zeit.

Allerdings werden nicht alle Ausgrabungsfunde aus der Stadt im Nationalmuseum ausgestellt, ein sehr grosser Teil der Funde befindet sich im Bardo Museum im Zentrum der Hauptstadt. Der größte Teil des heutigen Archäologie-Parks wurde zur römischen Zeit als Therme genutzt; bei den Thermen in Karthago handelte es sich um das größte außerhalb der Stadt Rom gelegene Thermalbad im Römischen Reich.

Ichkeul Nationalpark

Der Ichkeul Nationalpark befindet sich in der Nähe der tunesischen Stadt Bizerta. Der erst 1980 eingerichtete Nationalpark wurde bereits im Jahr seiner Gründung als Weltnaturerbe seitens der UNESCO anerkannt und dient in erster Linie dem Schutz der Vogelwelt. Neben ganzjährig in Tunesien einheimischen Arten stellt

der Ichkeul See das Reiseziel vieler europäischer Zugvögel dar, welche am See sowie in den ihn umgebenden Feuchtgebieten ihr Winterquartier nehmen. Zu den grossen Säugetieren im Nationalpark gehören Wasserbüffel und Wildschweine. Der Ichkeul See ist ein natürlicher See, welcher durch den gleichnamigen Fluss durchflossen wird. Das Wasser dient heute auch zur Trinkwasserversorgung der Bevölkerung. Trotz des Naturparkcharakters ist der See ökologisch gefährdet, da er einen wachsenden Salzgehalt aufweist. Das Naturschutzgebiet stand während einiger Jahre auf der Roten Liste der bedrohten Naturstätten, es wurde nach einer Verbesserung der Situation und einer vorübergehend deutlichen Minderung des Salzgehaltes 2006 von dieser gestrichen.

Die Versalzung des Ichkeul Sees wurde sicher durch den Bau eines Staubeckens von Menschenhand gefördert, angesichts der unmittelbaren Nähe zum Mittelmeer ist der Effekt aber nicht unbedingt als völlig unnatürlich anzusehen. Zudem besteht eine natürliche Wasserverbindung mit dem Bizerte-See, bei welchem es sich um einen Salzwassersee handelt.

Der Eintritt in den Ichkeul Nationalpark ist frei, aus Sicherheitsgründen werden Besucher jedoch beim Betreten und Verlassen des Parks registriert. Der Aufenthalt im Park ist bis zum Einbruch der Dunkelheit möglich. Urlauber, die einen umfassenden Einblick in die Pflanzen- und Tierwelt des Ichkeul Nationalparks gewinnen möchten, können eine Führung durch einen Mitarbeiter des Parks buchen. Neben zahlreichen Naturschönheiten fallen auf dem Gebiet des Nationalparks auch einige Überreste antiker römischer Bauwerke auf.

Zu empfehlen ist der Besuch des kleinen zum Nationalpark gehörenden Museums, dessen Ausstellung sowohl über die Geschichte als des Ichkeul Sees und des Nationalparks als auch über seine einzigartige Flora und Fauna informiert.

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