Besuchenswerte Museen und historische Stätten in Tunesien
In Tunesien gibt es zahlreiche Ruinen antiker Bebauung,die in verschiedenen Orten zu besichtigen sind. Die bekannteste und wichtigste historische Ausgrabungsstätte befindet sich zweifellos in Karthago, wo die phönizische Königin Dido mit den Römern einst um die Vorherrschaft im Mittelmeerraum kämpfte. Karthago war in der Antike zwischen dem 4. und 3. Jahrhundert vor Christus die reichste und grösste Stadt des Mittelmeeres und beherbergte zu ihrer Blütezeit weit mehr als 500'000 Menschen, bis im Jahre 146 vor Christus im dritten punischen Krieg, sich die mächtige phönizische See- und Handelsmacht von den Römern geschlagen geben musste. Seit 1979 steht diese kulturhistorisch sehr wichtige Stätte unter dem Schutz der UNESCO. Weitere wichtige Ausgrabungen und gut erhaltene Ruinen aus punischer, römischer und byzantinischer Epochen sind unter anderem in Utica, Dougga, Bulla Regia und in Sbeitla zu besichtigen
Auf der Website von www.alloftunisia.com - deren Besuch wir Ihnen auf Grund des Umfanges, Aktualität und der Qualität nur empfehlen können - finden Sie unter anderem eine Zusammenstellung der Satellitenkarten der historischen Stätten Tunesiens.

Drücken Sie für die Satelittenkarte der Historischen Stätten in Tunesien auf das Icon links.
Der Islam ist in Tunesien Staatsreligion; 98% der Bevölkerung bekennen sich zu diesem Glauben. 85% der tunesischen Muslime gehören dem malikitischen Madhhab der sunnitischen Glaubensrichtung des Islam an. Der Rest sind Hanafiten und Ibaditen. Christentum und Judentum sind in Tunesien kleine Minderheiten, aber das Land ist gegenüber religiösen Minderheiten tolerant.

Die Verfassung Tunesiens sieht die freie Ausübung des Glaubens vor, so lange diese nicht die öffentliche Ordnung stört. Dieses Grundrecht wird von der tunesischen Regierung in der Regel respektiert. Islamische Feiertage (wie etwa das Islamische Opferfest, das Fest des Fastenbrechens oder Mawlid an-Nabi) sind in Tunesien öffentliche Feiertage.

Im Volksglauben der Tunesier finden sich noch heidnische Überbleibsel wie etwa der Glaube an den Bösen Blick. Das ganze Land ist von kleinen, meist weissen Gebäuden namens Marabout übersäht. Dies sind die Grabstätten von islamischen Heiligen, von denen geglaubt wird, dass sie ein Botschafter zwischen Mensch und Allah sein können. Noch heute gibt es Tunesier, die solche Marabouts um Hilfe bitten, auch wenn dies vom offiziellen Sunnitentum als Abgötterei bezeichnet wird.

Das Judentum war in Tunesien einst sehr bedeutend, heute gibt es noch rund 1500 Juden. Auf der Insel Djerba steht seit wahrscheinlich über 1000 Jahren die Al-Ghriba-Synagoge ("Die Erstaunliche"), eine der ältesten Synagogen der Welt. Jedes Jahr, am 33. Tag nach dem Pessach-Fest (gleichzeitig mit dem westkirchlichen Ostertermin), findet hier die grösste jüdische Wallfahrt Nordafrikas statt. Zu dieser Wallfahrt werden Gläubige aus der ganzen Welt erwartet. Auf Djerba leben ebenfalls noch einige muslimische Kharidjiten.

Tunesien ist ein islamisches Land. Auch wenn viele Tunesier relativ moderne und säkulare Vorstellungen von Religion und Gesellschaft haben, sollte man in religiösen Fragen diplomatisch und respektvoll sein. Despektierliche Bemerkungen über religiöse Gebote und Verbote und über den Propheten sollte man tunlichst unterlassen. Moscheen dürfen in der Regel von Ungläubigen nicht betreten werden, es ist sogar gesetzlich verboten, es sei denn, es handelt sich zugleich um historische Sehenswürdigkeiten. Dann darf man meist nur den Innenhof besichtigen. Auf jeden Fall sollte man zunächst fragen, ob das Betreten des Gebäudes erlaubt ist. Wenn man eine Moschee betritt, sollte man seine Schultern bedeckt halten und am Eingang die Schuhe ausziehen. Innerhalb der Moschee sollte man sich ruhig und andächtig verhalten.

Zu den Gebetszeiten kann es vorkommen, dass Serviceleistungen unterbrochen werden. In solchen Momenten sollte man verständnisvoll reagieren. Manche Touristen stören sich an den Gebetsrufen des Muezzins, insbesondere während der Nachtruhe oder in den frühen Morgenstunden. Tatsächlich können die Gebetsausrufe sehr laut sein, da sie heutzutage per Lautsprecher von den Minaretten schallen. Wer sich dadurch gestört fühlt, sollte bereits bei seiner Reisebuchung fragen, ob in der unmittelbaren Nachbarschaft des Hotels eine Moschee steht und in welche Richtung die Zimmer liegen. Allerdings finden die meisten Gäste die Gebetsrufe der Muezzins passend zum orientalischen Ambiente.
Sinagoge La Ghriba auf Djerba
Die Hand der Fatima
Hilfe gegen den "Bösen Blick"
Der Islam und seine 5 Säulen
Der Islam ist die offizielle Religion in Tunesien. Der sunnitisch-malikitische Kult ist am weitesten verbreitet, obwohl es ebenfalls eine geringe Zahl von Hanefiten sowie eine kleinere Gruppe von Kharijiten in Djerba gibt. Der Koran ist das Wort Gottes „des einzigen und ewigen Gottes, der nicht gezeugt hat und gezeugt worden ist. Es gibt seinesgleichen nicht“.

Die 5 Säulen des Islam
Die fünf Säulen sind die Grundlagen des Leben als Muslim: Glaube an die Einzigkeit Gottes und das abschliessende Prophetentum Muhammads; Verrichten des täglichen Gebets; Sorge für die Bedürftigen und Zuwendungen an sie geben; Selbstreinigung durch Fasten; und die Wallfahrt nach Mekka für diejenigen, die dazu körperlich und finanziell imstande sind.

1. Schahadah oder Glaubensbekenntnis
„Nichts ist der Anbetung würdig ausser Gott, und Muhammad ist Gottes Gesandter.“ Diese Glaubensbekundung nennt man die Schahadah, einen einfachen Satz, den alle Gläubigen aussprechen. Die Bedeutung dieser Bekundung ist der Glaube, dass der der einzige Zweck des Lebens darin besteht, Gott zu dienen und gehorsam zu sein, und dies wird erlangt durch die Befolgung der Lehren und Verhaltensweisen des letzten Propheten Muhammmad.

2. Das Gebet
Salah oder Gebet Salah ist die Bezeichnung für das Gebet, das zu fünf Tageszeiten verrichtet wird und eine unmittelbare Verbindung zwischen dem Betenden und Gott bedeutet. Zu diesen fünf rituellen Gebeten gehören Verse aus dem Koran, und sie werden in arabischer Sprache, der Sprache der Offenbarung, gesprochen. Persönliche Gebete können indes in der jeweiligen eigenen Sprache und zu jeder beliebigen Zeit erfolgen.

3. Zakah oder Spenden geben
Ein wichtiger Grundsatz des Islam ist, dass alles Gott gehört, und dass folglich Reichtum dem Menschen nur anvertraut ist. Das Wort Zakah bedeutet sowohl „Reinigung“ als auch „Wachstum“. Einen Anteil für die Bedürftigen beiseite zu legen reinigt unser Vermögen, und wie beim Zurückschneiden der Pflanzen führt es zu Ausgewogenheit und neuem Wachstum.

4. Saum oder Fasten
Jedes Jahr im Monat Ramadan fasten alle Muslime, die dazu imstande sind, von Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang - durch Enthaltsamkeit vom Essen, Trinken und der geschlechtlichen Beziehung zu dem Ehepartner. Wenn auch das Fasten gesundheitlich gut tut, ist es doch hauptsächlich ein Weg der Selbstreinigung und der Selbstbeherrschung. Während der Fastende sich, auch wenn es nur kurzzeitig ist, von den weltlichen Genüssen trennt, richtet er sich auf seinen eigentlichen Lebenszweck hin aus, indem er sich andauernd der Gegenwart Gottes bewusst ist.

5. Hadsch oder Wallfahrt
Die Wallfahrt nach Mekka, Hadsch, ist nur für diejenigen Pflicht, die dazu körperlich und finanziell imstande sind. Trotzdem kommen jedes Jahr mehr als zwei Millionen Menschen von allen Teilen der Erde nach Mekka, was den Angehörigen der unterschiedlichsten Nationen eine einmalige Möglichkeit der Begegnung bietet. Der alljährliche Hadsch beginnt im zwölften Monat des islamischen Mondjahres. Die Wallfahrer tragen besondere Kleidung: einfache Gewänder, die alle Unterschiede der Klasse und Kultur aufheben, so dass alle gleich vor Gott dastehen. Zu den Riten der Hadsch, die auf Abraham zurückgehen, gehört das siebenmalige Umschreiten der Kaaba und der siebenmalige Gang zwischen den Hügeln Safa und Marwa, wie es Hagar (Abrahams Frau) bei ihrer Suche nach Wasser tat. Später stehen die Wallfahrer miteinander in der weiten Ebene von Arafat (eine grosse Wüstengegend ausserhalb von Mekka) und beteiligen sich am Gebet um Gottes Vergebung, was oftmals als eine Vorrausschau auf den Tag der Auferstehung betrachtet wird. Den Abschluss der Hadsch bildet ein Fest, der Tag des „Idu-l-adha“, das überall in muslimischen Gemeinden mit Gebet und Austausch von Geschenken begangen wird. Dieser Tag und „Idu-l-fitr“, der Festtag am Ende des Ramadan, sind die beiden Feiertage des islamischen Kalenders

Islamische Feiertage
Die religiösen Feiertage richten sich nach dem islamischen Jahr, dem Hejri. Dieses wird ebenfalls in zwölf Monate unterteilt; allerdings richten sie sich nicht wie bei dem Gregorianischen Kalender nach dem Sonnenlauf, sondern nach den Mondphasen und sind nur 29 Tage lang. Das Jahr ist dadruch etwa 10-12 Tage kürzer. So finden die religiösen Feste jedes Jahr rund 10-12 Tage früher statt als im Vorjahr.

El Mouled Geburtstag des Propheten Mohammed
Ras el Aam Hejri Islamisches Neujahrsfest
Aid es-Seghir (Aid el Fitr) „kleines Hammelfest“ am Tag nach dem Ende des Ramadan
Aid el-Kebir „Grosses Hammelfest“, grösstes islamisches Fest auf dem Höhepunkt der Pigerfahrten nach Mekka. Jede Familie schlachtet dabei in Erinnerung an Abrahams Opfer einen Hammel, von dem Anteile an die Armen verteilt werden.
Ramadan Der Ramadan ist der 9. Monat des islamischen Kalenderjahres und ein Fastenmonat. Gefastet wird nur tagsüber. Sobald der Ruf des Muezzins bei Sonnenuntergang ertönt, darf wieder gegessen und getrunken werden.
Weil Besucher Tunesiens jährlich zum Zeitpunkt des Ramadan als Urlauber in Lande weilen, haben wir diesem Thema ein spezielles Kapitel gewidmet. (TAB oben/rechts von ISALM)

Minikurs Islam
Als weiterführende Quelle für Interessierte aus dem christlichen Kulturkreis können wir auf den Minikurs Islam http://www.orientdienst.de/muslime/minikurs/alle_minikurse.shtml hinweisen.

Begrüssung des Monats Ramadan
Ramadan - eine schöne Zeit
Die wichtigsten Feiertage sind in Tunesien nicht an Jahreszeiten gebunden, da im Islam der Mondkalender bestimmend ist. Somit wandert der Ramadan allmählich durch die Jahreszeiten und beginnt nach westlichem Kalender jedes Jahr ungefähr elf Tage früher als im vorhergehenden. Nach etwa 33 Jahren ist er einmal durchs ganze Sonnenjahr gewandert.

Im Ramadan, dem neunten Monat des Mondkalenders, offenbarte der Erzengel Gabriel nach islamischer Überlieferung dem Propheten Mohamed die 114 Suren des Korans. Dort steht: "Esst und trinkt, bis der weisse Faden vom schwarzen Faden der Morgenröte zu unterscheiden ist".

Das heisst zwischen Anbruch der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang, sind alle leiblichen Genüsse, wie die Aufnahme von fester und flüssiger Nahrung, das Trinken von Wasser, der Geschlechtsverkehr und auch das Rauchen verboten. Des Weiteren hat die fastende Person darauf zu achten, dass sie keinen Streit mit ihren Mitmenschen beginnt, nicht lügt, lästert usw.

Sobald der Ruf des Muezzins bei Sonnenuntergang ertönt, darf gegessen werden. Sie werden feststellen, dass an den meisten Orten rund um die Zeit des Sonnenuntergangs kaum jemand anzutreffen ist. Alles wartet auf die offizielle Zeit des Sonnenuntergangs, um dann sofort mit dem Abendessen zu beginnen. Denken Sie daran, wenn Sie um diese Zeit unterwegs sind. Dann wird es schwierig, für einige Zeit z.B. ein freies Taxi für den Rückweg zum Hotel zu finden. Häufig sind die nächtlichen Mahlzeiten besonders üppig und nehmen die Form eines Festes mit Gesang und Tanz an, was den Gläubigen für die Enthaltsamkeit des Tages reichlich entschädigt. Sie werden oft feststellen, dass viele Menschen deshalb am Morgen und Vormittag müde und schlaff wirken. Insgesamt unterscheidet sich der Charakter des islamischen Fastens sehr stark vom christlichen, buddhistischen und hinduistischen Fasten, die einander eher ähneln. Frauen, die ihre Menstruation haben, fasten nicht. Menschen auf Reisen sowie Personen, die Medikamente einnehmen müssen ist es frei gestellt, ob sie fasten oder nicht. Gänzlich vom Fasten befreit sind Kinder, Schwangere und Menschen mit schweren körperlichen Gebrechen.

Das Geschäftsleben tagsüber läuft während des Ramadans erheblich geruhsamer ab als sonst. Märkte beginnen später als üblich, meist erst um die Mittagszeit.

Das zelebrieren des Ramadans ist heute in Tunesien offiziell Privatsache und wird von staatlicher Seite aus wirtschaftlichen Gründen sogar eher abgelehnt. Dennoch halten sich noch erstaunlich viele Einwohner an die religiösen Gepflogenheiten. Öffentliche Einrichtungen, Ämter, Geschäfte und Banken sind nur vormittags geöffnet. Einige Restaurants und Geschäfte können ganztags geschlossen sein. Allgemein sind während des Ramadans die Menschen fröhlicher und netter zueinander - es ist eben wie bei uns zur Weihnachtszeit.

Es gehört auch zur Pflicht, sich während dieser Zeit besonders um Arme und Bedürftige zu kümmern und sie mit Aufmerksamkeiten zu bedenken. Während der Zeit des Ramadans werden in arabischen Ländern deutlich mehr Lebensmitteln gekauft und zubereitet, als gegessen werden kann. Mit etwas Glück lernen Sie während des Ramadans vielleicht jemanden kennen, der Sie abends zu sich mit nach Hause nimmt. Sie werden staunen, wie reichlich der Tisch gedeckt sein kann und wie fröhlich und locker es zu und her geht.

Nach dem 27. Tag des Ramadans, das Ende der Fastenzeit, wird während 2 Tagen das grosse Fest "Eid Mubarak" (Beyram) gefeiert. Dieses Fest und dessen Wichtigkeit kann mit unseren Weihnachten verglichen werden. Man beschenkt sich und die Kinder reichlich. Während dieser Festtage ist mit Unregelmässigkeiten zu rechnen. Geschäfte machen auf und zu nach Belieben. Planen Sie dann keine wichtigen Abmachungen.

Wichtige Informationen "rund um Ihre Ferien" Sie als Tourist können sich grundsätzlich wie sonst bewegen. Allerdings sollten Sie während des Ramadans nicht zu offensichtlich in der Öffentlichkeit tagsüber essen, rauchen oder gar Alkohol konsumieren. Alle unsere Tourismuspartner, die Transferfirmen, die Hotels, Ausflugsfirmen usw. sind voll bemüht, den gewohnten Service und die Pünktlichkeit aufrecht zu erhalten. Innerhalb Ihrer Ferienanlage läuft der Alltag eigentlich wie immer ab - einfach alles etwas langsamer, da während dieser Tage auch weniger Personal arbeitet. Abends geht aber die "Post" ab - machen Sie mit!

Geniessen Sie also die einzigartige Stimmung dieser "moslemischen Weihnachtstage" - und bringen Sie das nötige Verständnis dafür auf.
Voraussichtliche Termine
basierend auf der Sichtung der neuen Mondsichel:

2012
Erster Tag: 20. Juli
Fastenbrechen: 19. August
2013
Erster Tag: 9. Juli
Fastenbrechen: 8. August
2014
Erster Tag: 28. Juni
Fastenbrechen: 28. Juli
2015
Erster Tag: 17. Juni
Fastenbrechen: 19. Juli
Der Film folgt den Spuren der islamischen Kultur in Tunesien, folgt ihr in die Oasen mit ihrer faszinierenden Architektur aus Lehmziegeln und ihren bilderreichen Legenden aus der Geschichte des Islam. Unter arabischen aber auch unter einheimischen berberischen Dynastien wurde Tunesien zum Einfallstor für die islamische Kultur im ganzen Maghreb.

Dramatisches Moment dieser Frühgeschichte ist die im 7. Jahrhundert angelegte grosse Moschee in der heiligen Stadt Kairouan, die älteste Moschee im Maghreb -- heiliger Ort und politische Versammlungsstätte. Schon bald nach dem Bau der Grossen Moschee entwickelte sich Tunesien zum Brückenkopf für die Islamisierung Spaniens. Dauer ca. 45 Minuten
Minarette zwischen Wüste und Wasser
Sitten und Gebräuche in Tunesien (Quelle, mit freundlicher Genehmigung: http://www.mein-tunesien.de )
Zu Gast in Tunesien
Der Reisende sollte sich immer im Klaren sein, dass er Gast in einem islamischen Land ist, das hinsichtlich seiner Gewohnheiten, vor allem aber bezüglich der Sitten erheblich von Westeuropa abweicht. Leider wird dies von vielen Touristen immer wieder missachtet. Wer stets mit allen Sinnen offen ist für das Fremde und Neue, kann eigentlich schon nichts mehr falsch machen. Zurückhaltung oder Aufdringlichkeit der Menschen liegt oftmals ganz allein an unserem Verhalten. Das fängt mit einer dezenten Kleidung vor allem ausserhalb der Hotelanlagen schon an.

Bekleidung
Auch wenn es oftmals so scheint, aber die Tunesier sind nicht angetan von dem Bekleidungsstil mancher Besucher des Landes. "Oben-ohne" am Strand ist wirklich absolut unerwünscht und sollte daher ein Tabu sein. Kurze, knappe und aufreizende Kleidung sind (wenn auch von manchen Tunesierinnen selbst getragen) nur geduldet, aber keinesfalls erwünscht. Wer also nicht unangenehm auffallen möchte, sollte sich an die ungeschriebenen Gesetze des Landes halten.

Begrüssung
Zur Begrüssung wird immer nur die rechte Hand gegeben, die linke Hand gilt im Islam als "unrein" (siehe auch unter "Der Wasserschlauch"). Unter guten Bekannten/Freunden wird sich mit Kuss auf die Wange begrüsst. Bezüglich der Anzahl der Küsse auf jeder Seite gibt es unterschiedliche Auffassungen, bzw. das hängt auch davon ab, wie gut man den anderen kennt (mir sagte mal jemand "wir sind hier in Tunesien, da gibt man insgesamt 4 Küsse").  Dreimal, wie es in der Schweiz häufig ist, wirkt in Tunesien befremdlich - als ob man plötzlich aufhört...
Es werden dem Alter nach (die Älteren am Anfang) zuerst die Männer begrüsst und dann die Frauen.

Einladungen
Grundsätzlich sind Einladungen ernst gemeint und werden auch ernst genommen, d.h. eine Einladung anzunehmen und dann nicht zu erscheinen ist äusserst unhöflich. Allerdings werden Einladungen mitunter auch als Floskel ausgesprochen (vor allem in touristisch stark frequentierten Gegenden). Man sollte daher ein gewisses Gespür dafür haben, wann eine Einladung ernst gemeint ist. Die Tunesier sind sehr gastfreundlich und tun alles dafür, damit sich der Gast (natürlich aus der Sicht des Tunesiers) wohl fühlt. Auf jeden Fall sollte man ein Gastgeschenk (mindestens eine Kleinigkeit für die Kinder) mitbringen. Man sollte dem Gastgeber zuliebe seinen Teller leer essen (auf die Gefahr hin, dass immer wieder nachgefüllt wird). Hoch angesehen sind Gäste, die bezüglich des Schärfegrades des Essens bei den Gastgebern mithalten können.

Mitbringsel/Geschenke
Ob man bei Tunesiern seinen Urlaub verbringt oder nur zum Essen eingeladen ist, Mitbringsel gehören in jedem Fall dazu. Hier eine kleine Auswahl an Präsenten, die bisher gut angekommen sind. Diese sollten natürlich dem Anlass und Geldbeutel entsprechend ausgewählt werden:

Für Männer: Bekleidung (jeder Art) am liebsten natürlich echte Markenware, Werkzeug, Elektronik, Spirituosen (natürlich nur zum Tauschen), Parfum

Für Frauen: Kosmetika (Duschgel, Shampoo, Schminke, Haarfärbemittel, Parfum etc.), Tücher, Schuhe, Haarschmuck, Süssigkeiten, "Nippes"

Für Kinder: Natürlich Spielzeug, und gaaanz wichtig: (Schweizer-)Schokolade in allen Variationen, Malbücher und -stifte, Haarschmuck für die Mädchen, Aufkleber, Kinder-Tattoos usw.

Sollte man nichts derartiges zur Hand haben, kommen auch immer die kleinen, süssen, Leckereien aus einer der vielen Patisserien sehr gut an.

Tunesische Tischsitten
Traditionellerweise sitzt man zum Essen auf dem Boden um einen niedrigen Holztisch herum. Aus einer Schüssel oder von einem gemeinsamen Teller essen Tunesier mit den Fingern. Brot benutzt man um Saucen und Essen aufzunehmen. Die westliche Art, von getrennten Tellern und mit Besteck zu essen, ist jedoch ebenso üblich. Ein Gastgeber besteht im Allgemeinen darauf, dass die Gäste einen zweiten oder dritten Nachschlag nehmen. Die Höflichkeit gebietet es den Gästen, diese anzunehmen. Wenn man satt ist, zeigt man mit dem Wort "el-Hamdullah" (Gott sei Dank), dass die Mahlzeit geschmeckt hat.

Handeln
Handeln gehört (ausser in den Läden mit staatlich festgelegten Preisen) zum Einkauf dazu. Für die Besucher, die gerne Feilschen, sind die tunesischen Märkte ein Paradies. Man sollte jedoch darauf achten, dass der Einstiegspreis nicht zu niedrig angesetzt wird, sonst könnte der Verkäufer schnell ernsthaft beleidigt sein. Beim richtigen Handeln dauert der Kauf einer Ware mitunter eine Stunde und mehrere Gläser Tee und wird abgeschlossen mit dem Versprechen, auf jeden Fall wieder vorbei zu kommen. Handeln ist überall, z.B. auch beim Taxi/Louage-Fahren oder sogar bei Touristen-Angeboten wie z.B. Kamelreiten, Piratenschiff fahren usw. erlaubt.

Zweisamkeit / Liebe in Tunesien
Paare sollten den allzu intensiven Körperkontakt in der Öffentlichkeit nach Möglichkeit unterlassen. Küssen, Streicheln, Liebkosungen etc. sind Privatangelegenheiten und sind daher nicht wirklich gern gesehen. "Händchenhalten" ist gerade für die tunesische Jugend die einzige Möglichkeit in der Öffentlichkeit Zuneigung zu bekunden und sollte daher auch als Massstab für Besucher gelten.

Die männlichen Tunesier sind die Weltmeister des Flirts. Um eine Frau für sich zu gewinnen oder mindestens beeindruckt zu haben, werden eine Reihe von heimlichen oder offensichtlichen Annäherungsversuchen gestartet. Augenkontakt, ein Lächeln, blumige Komplimente, kleine Liebesbotschaften in Zettelchenformat, ein gesungenes Lied, kleine Geschenke, SMS in vollendet lyrischer Form, ein Tanz... eben all das, was fast jede Frau irgendwann schwach werden lässt. Allerdings ist man als Frau auch häufig weniger schönen Annäherungsversuchen ausgesetzt. Pfiffe, obszöne Gesten oder Worte, plumpe Anmachen werden am besten durch Ignoranz oder gezielt angewendete, arabische Worte (Zauberwort "rashli tounsi" = verheiratet mit Tunesier) gekontert.

Wenn Frau sich allerdings ernsthaft in einen Tunesier verliebt hat, kann es u.U. wichtig sein, schon einmal etwas von Bezness gehört zu haben. Wir verweisen hier gerne auf http://www.mein-tunesien.de/bezness und die Website http://www.tunesien-liebe.de/ die sich ausführlich mit dem Thema "Liebe in Tunesien und Leben mit Tunesiern" befasst.

Männliche Besucher Tunesiens sollten es besser nicht auf einen Flirt mit einer Tunesierin anlegen. Zu gross sind die gesellschaftlichen Verpflichtungen vor allem der jungen Frauen. Sie unterliegen deshalb bis zur Hochzeit der strengen sittlichen "Bewachung" der männlichen Familienmitglieder. Beziehungen zwischen männlichen Europäern und Tunesierinnen sind daher in der Regel sehr selten.

Der Wasserschlauch
Die Benutzung einer tunesischen Toilette kann vor allem in privaten Hauhalten oder in ländlichen Gegenden für den unwissenden Besucher sehr skurril sein oder jenen auch in echt hochnotpeinliche Situationen bringen. Deshalb soll diese Rubrik auf meiner Seite nicht fehlen. Im günstigsten Fall (natürlich in den allermeisten Hotels und Restaurants in den Küstenregionen) ist die tunesische Toilette mit einer Wasserspülung und Toilettenpapier ausgestattet. In der Regel gibt es in den Toiletten jedoch nur einen Wasserschlauch und evtl. noch einen Eimer. Anwendungshinweise: Nach dem Geschäft (vor allem dem grossen) dient das Wasser aus dem Schlauch der Säuberung der entsprechenden Körperregion. Man nehme den Schlauch in die rechte und säubere sich mit der linken Hand (linke Hand=unrein wir erinnern uns). Dem ungeübten, rechtshändigen Europäer mag das einige akrobatische Höchstleistungen abringen, aber keine Angst, niemand kann Sie sehen. Wenn Sie also lieber die Seiten tauschen wollen, entspricht das zwar nicht den Regeln, ist aber hinterher schöner, als ein nasser Rücken. Manchmal liegt noch ein Handtuch zum Trocknen der nun nassen Stelle in der Nähe, ich persönlich rate aber von der Benutzung ab. Nach der Säuberung wird Wasser in den Eimer gefüllt und damit gespült. Wenn man Glück hat, besteht nun die Möglichkeit sich die Hände mit Seife zu waschen. Wenn man schlechten Tag hat, fehlen Eimer, Seife und sogar das Waschbecken. Für diesen Fall haben wir keine Lösung.

Geburtstage
Geburtstage werden in Tunesien in der Regel nicht gefeiert. Es kommt vor, dass jemand seinen genauen Geburtstag nicht einmal kennt (da dieser z.B. nur nach dem islamischen Kalender notiert wurde). Man sei also nicht überrascht, wenn man jemandem gratuliert und diese Person nur verstört dreinblickt.

Metzgerei
Es ist Sitte in Tunesien, dass der Metzger als Zeichen an seine Kunden, welches Fleischangebot er im Moment hat, den Kopf des geschlachteten Tieres vor die Ladentür zu hängen. Makabererweise werden dem jeweiligen Kopf noch ein paar Büschel Gras oder Petersilie ins Maul gelegt. Für den empfindlichen europäischen Besucher ein sehr befremdlicher Anblick. Durch die Einführung von Kühlgeräten und der damit verbundenen längeren Haltbarkeit des Fleisches ist diese Sitte jedoch ein Auslaufmodell.
Beim Fleisch von Schafen hängen (nebst dem eigentlich Fleischstück) auch noch der Penis und die Hoden des Tieres. Diese sollen belegen, dass es sich beim Fleisch nicht um ein (in der Regel altes) weibliches Schaf, sondern um einen Hammel (junges männliches Schaf) handelt.

Hochzeiten
Eine Hochzeit ist in Tunesien ein örtliches Grossereignis. Es ist der wichtigste Tag im Leben einer Frau, da sie zumindest bei diesen Feierlichkeiten die wichtigste Person ist. Eine traditionelle Hochzeit wird mehrere Tage lang gefeiert. Die Abläufe und Inhalte der Tage sind von Region zu Region unterschiedlich. Für die Braut beginnen die Hochzeitsvorbereitungen oftmals schon Tage und Wochen vor der eigentlichen Feier. Da weisse Haut ein Schönheitsideal ist, verlässt sie nur noch selten das Haus, um möglichst wenige Sonnenstrahlen an die Haut zu lassen.

Die Hochzeitfeierlichkeiten beginnen mit dem Hammam-Besuch der Braut und weiblichen Angehörigen der Familie der Braut. Unter allerlei musikalischer Begleitung wird die Braut für die bevorstehende Hochzeit vorbereitet. Sie wird u.a. komplett enthaart (bis auf die Augenbrauen und Kopfhaare) und das erste (von mind. 3x) Henna wird an Händen und Füssen aufgetragen. Dieses jedoch nicht nur bei der Braut selbst, sondern bei allen weiblichen Begleiterinnen, wobei die Bemalung der Braut natürlich herausragt. Am nächsten Tag wird das Henna erneut aufgetragen, damit es möglichst dunkel wird. An diesem oder am folgenden Tag kommen die Brautleute und deren Familien zusammen. Es findet die Übergabe der Geschenke (auch des Bräutigams an die Braut) statt. Dem Bräutigam und allen anderen Junggesellen in seiner Familie) wird der kleine Fingers mit Henna bemalt (früher wurde als Zeichen der Zusammengehörigkeit die ganze Hand des Bräutigams bemalt). Am nächsten Tag findet dann die offizielle Vermählung vor dem Standesbeamten statt. Danach feiert die gesamte Hochzeitsgesellschaft. Unzählige unterschiedliche Rituale begleiten eine solche Hochzeit, die Kinder, Glück, eine langes Leben und eine gute Ehe bringen sollen. Auch finanziell gesehen ist eine Hochzeit ebenfalls ein Grossereignis. Nicht selten sind Hunderte von Gästen zu beköstigen, es wird ein teures Auto geliehen, ein Fotograf bestellt, Kleider, Anzüge werden gekauft etc.
Zu Tisch in Tunesien - Leben und Essen am Rande der Sahara
Im Süden Tunesiens, am Rande der Wüste, liegt das Oasendorf Ghidma im Schutz eines Dünenwalls. Etwa 1000 Menschen leben hier am Rande einer Dattelplantage.In den trockenen und heissen Anbaugebieten sind Datteln ein wichtiges Nahrungsmittel. Die leicht verdaulichen, vitamin- und mineralienreichen Früchte enthalten viel Zucker und spenden daher schnell Energie. Frische Datteln besitzen einen relativ hohen Wassergehalt und dienen deshalb Wüstenreisenden auch als Durstlöscher.

Neben den Datteln gehört auch Couscous zu den Hauptnahrungsmitteln. Couscous - mit Mehl vermischter, vorgedämpfter Weizen- oder Hirsegries - ist das Nationalgericht des Maghreb, also der nordafrikanischen Länder Marokko, Algerien und Tunesien. Die ursprünglich berberische und später von den Arabern übernommene Spezialität ist eine sättigende Beigabe zu Fleisch- und Eiergerichten. Dauer ca. 25 Minuten
Die Küche Tunesiens ist geprägt von vielen unterschiedlichen Kulturen und gastronomischen Einflüssen, angefangen bei den Phöniziern über die Römer, die Araber und die Türken bis hin zu den Italienern , den Franzosen und den Berbern. Daher ist die tunesische Küche eine Mischung aus arabischer Küche, nordafrikanischer Küche, Mittelmeerküche und der Küche der Nomaden.

Die tunesische Küche ist deftig, dabei aber sehr schmackhaft und äusserst vielfältig. Auch ist die tunesische Küche, im Gegensatz zu den meisten anderen nordafrikanischen Küchen, oft sehr scharf gewürzt. Ein altes tunesisches Sprichwort besagt gar, dass man die Liebe der Frau zu ihrem Mann an der Schärfe der Speisen messen könne, die sie für ihn kocht. Sobald die Speisen beginnen, fade zu schmecken und nicht mehr scharf zu sein, sei die Liebe der Frau abgekühlt.

Die tunesische Küche verwendet zahlreiche Gewürze und Kräuter wie Pfeffer, Kümmel, Koriander, Knoblauch und die extrem scharfe Würzpaste Harissa. Die wichtigsten Gemüse sind Tomaten, Möhren, Kartoffeln, Kichererbsen, Bohnen und Paprika. Als Fleisch kommt meistens Lamm und Huhn auf den Tisch. An der Küste sind Fisch und Meerefrüchte sehr verbreitet. Frisches Obst wie Datteln, Orangen, Aprikosen, Wassermelonen, Nektarinen und Kaktusfrüchte gehören ebenfalls auf den Speiseplan der Tunesier. Zu jedem Mahl wird das klassische Fladenbrot Pita oder Baguette nach französischer Art gereicht.

Das tunesische Nationalgericht ist Couscous. Weitere typische tunesische Gerichte sind Brik (Pikante Blätterteigtaschen mit Fleisch- oder Fischfüllung), Tahine (Eintopf mit Fleisch, Kartoffeln und Gemüse) und Baklawa (Sehr süsses Blätterteiggebäck aus Honig, Nüssen und Rosinen, das in der ganzen arabischen Welt, der Türkei und Griechenland beliebt ist). Getrunken wird Wasser, Kaffee und Tee. Ausserdem wird in Tunesien Wein hergestellt, der einen Vergleich mit Wein aus anderen Ländern oft nicht zu scheuen braucht. Als weiteres alkoholische Getränk gibt es Boukha, ein Feigenschnaps.

Vor allem an der Küste erhält man ausserdem hervorragende Fischgerichte. Das Angebot reicht von Goldbrasse und Barsch bis zu Tintenfisch und Crevetten, die gerne knusprig gegrillt oder gebraten werden. Für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es überall Brik, frittierte Blätterteigtaschen, die mit Ei und Tunfisch oder Spinat gefüllt sind. Scheinbar unendlich ist die Auswahl an tunesischen Backwaren, die in speziellen Patisserien angeboten werden. Aus Mandeln, Nüsse, Honig, Pistazien, Marzipan und Sirup werden süsse Versuchungen kreiert, von denen Baklava oder Makroud die bekanntesten sind.

Die tunesische Küche zeigt heute jedoch starke Einflüsse der französischen Esskultur. Das Mahl begleiten Brot (das klassische Fladenbrot oder Baguettes nach französischem Vorbild) und Wasser; nach dem Essen wird Kaffee oder Tee serviert. Zu den Obstsorten, die auf den Märkten angeboten werden, gehören Datteln, Orangen, Aprikosen, Wassermelonen, Nektarinen und Kaktusfrüchte. Das Frühstück ebenso nach französischen Vorbild: Café au lait oder Tee dazu Baguette mit Butter und Marmelade oder Croissants.

Typisch tunesische Gerichte
Um Ihnen die Bestellung zu erleichtern, stellen wir Ihnen hier die wichtigsten Spezialitäten vor:

Brik: Ein in Öl gebackenes Dreieck aus hauchdünnem Blätterteig, gefüllt mit einem Ei, Petersilie und Kartoffelpüree. Kann mit Thunfisch, Hackfleisch oder mit Meeresfrüchten gefüllt werden
Brochettes: Fleischspiess

Cassecroute: Aufgeschnittenes Weissbrot wird mit gehackten Oliven, Thunfisch- stückchen, Kapern und Gemüse gefüllt und mit Öl und Essig, sowie Harissa gewürzt Chorba gehaltvolle, scharf gewürzte Suppe aus Nudeln, Lammfleisch und Gemüse Chakchouka Eintopf aus Tomaten, Zwiebeln und Paprikaschoten mit Fleisch oder Wurst gesotten, gekrönt mit einem Spiegelei.

Chorba: Scharf gewürzte dicke Suppe mit Lammfleisch, Nudeln und Gemüse, mit Tomatenmark abgeschmeckt.

Couscous: Das Nationalgericht Tunesiens, grundsätzlich ein Gericht aus Hartweizengriess mit Fleisch, Fisch oder Huhn, angerichtet mit Gemüse und Kichererbsen

Doulma: Zucchini mit Fleischfüllung

Kammounia: Ein Gericht aus klein geschnittener Leber, gewürzt mit Kümmel

Koucha: Lammfleisch mit Paprikaschoten und Kartoffeln im Ofen gebraten Mechoui Hammelspiessbraten über offenem Feuer gegrillt

Meschoui: Am Spiess über Holzkohle gegrilltes Lamm, ein absoluter Höhepunkt zu besonderen Anlässen

Odja/Merguez: Scharf gewürzte Würstchen aus Lamm- oder Rindfleisch
Typische tunesische Speisen
Tajine
Brik
Couscous
Chorba
Koucha
Baklawa
Standartgetränke sind in Tunesien der espressoähnliche Kaffee sowie Tee, beide stark, heiss und sehr süss in kleinen Gläsern serviert. Der Tee wird z. T. mit Pinienkernen und Mandelstückchen versetzt oder - als Thé à la menthe - mit Pfefferminze. Der Kaffee ist als au lait auch mit Milch erhältlich. Das Angebot an Erfrischungsgetränken reicht von Cola und Limonade über Mineralwasser ohne Kohlensäure bis hin zu frischgepresstem Orangensaft, Möhrensaft und dergleichen.

Alkoholisches Getränk Tunesiens ist traditionell der Wein. Die Kunst des Weinbaus geht in Tunesien bis ins hohe Altertum zurück. Der Landwirt Magon, der zur Zeit der Phenizier in Karthago lebte, zeichnete in seinem Lehrbuch der Landwirtschaft die Regeln des Weinbaus auf, welche heute noch angewendet werden. Bis zur heutigen Zeit hat der tunesische Wein seinen Ruf bewahrt, den er der Sonne Tunesiens, dem Boden und der Tradition verdankt. Das Anbaugebiet von Tafeltrauben erstreckt sich heute über ca. 10'000 Hektar, das Anbaugebiet von Weintrauben über 5'000 Hektar.

In Tunesien keltert man Rot-, Weiss- und Roséweine, die meist stark und halbtrocken sind. Süsslicher im Geschmack sind z. B. Muskateller aus Kelibia und Sekt aus Thibar. Als Spitzenweine gilt der Magot, weit verbreitet ist der auch bei uns erhältliche Haut Mornag. Von recht guter Qualität ist das heimisch gebraute Bier Celtia. Unter den Spirituosen dominiert der Feigenschnaps Boukha und der Dattellikör Thibarine aus Thibar. Den Palmenschnaps Laghmi erhält man nur im Frühjahr in den Oasen, da er ausschliesslich frisch getrunken werden kann.

Seit der Kolonialzeit und insbesondere durch den Einfluss des Tourismus haben sich die Sitten des Trinkens alkoholischer Getränke gelockert. Das Gebot, dass Moslems den Alkoholgenuss verbietet wird vor allem in der europäisierten Schicht, in den Städten und Touristenzentren, immer weniger beachtet. Alkohol ist heute erhältlich in Restaurants und Hotels, in den grossen Supermärkten (Monoprix und Magazin Général) und in wenigen Spezialgeschäften. Freitags und im Ramadan sind Verkauf und Ausschank ausser in den Touristenhotels und -restaurants allerdings untersagt. Bei aller »Liberalität« in Sachen Alkohol gilt es jedoch zu beachten, dass Trunkenheit in der Öffentlichkeit weiterhin streng verpönt ist.


Warme Getränke

Pfefferminztee: Sehr stark und süss, jedoch ausgesprochen kräftespendend, insbesondere ab 35 °C im Schatten

Mokka: Starker Kaffee, der im besten Fall mit einem Schuss Rosen- oder Geranienwasser verfeinert wird

Kalte Getränke

Wasser, Boga (Sprite), Cola, Fanta, "Frucht"getränke voller künstlicher Farb- und Aromastoffe sowie z.B. echter Erdbeersaft (frisch zubereitet unglaublich köstlich)

Akoholische Getränke

Celtia: Das tunesisches Bier, das etwas wässerig aber süffig schmeckt,  es enthält 5% vol.

Thibarine: sehr leckerer Kräuter-Likör (kein Dattellikör), soll auch bei Magenbeschwerden helfen, enthält 40% vol.

Cedratine: ebenfalls ein Kräuterlikör, jedoch nicht ganz so aromatisch, enthält 25% vol.

Anisette: wie der Name vermuten lässt, ein Anisschnaps, enthält ca. 35% vol.

Boukha: Feigenschnaps in 2 verschiedenen Sorten : Boukha Soleil, Boukha Gold, enthält 37,5 % vol.

Dazu kommen die, vorgängig bereits erwähnten,teils sehr gute Weine aus Tunesien. Der bekannteste Wein ist Chateau Mornag.
Typische tunesische Getränke
Zu Tisch in Tunesien - Leben und Essen am Rande der Sahara
Im Süden Tunesiens, am Rande der Wüste, liegt das Oasendorf Ghidma im Schutz eines Dünenwalls. Etwa 1000 Menschen leben hier am Rande einer Dattelplantage.In den trockenen und heissen Anbaugebieten sind Datteln ein wichtiges Nahrungsmittel. Die leicht verdaulichen, vitamin- und mineralienreichen Früchte enthalten viel Zucker und spenden daher schnell Energie. Frische Datteln besitzen einen relativ hohen Wassergehalt und dienen deshalb Wüstenreisenden auch als Durstlöscher.

Neben den Datteln gehört auch Couscous zu den Hauptnahrungsmitteln. Couscous - mit Mehl vermischter, vorgedämpfter Weizen- oder Hirsegries - ist das Nationalgericht des Maghreb, also der nordafrikanischen Länder Marokko, Algerien und Tunesien. Die ursprünglich berberische und später von den Arabern übernommene Spezialität ist eine sättigende Beigabe zu Fleisch- und Eiergerichten. Dauer ca. 25 Minuten
In den Sommermonaten reiht sich in Tunesien ein Festival an das andere. Aber auch das restliche Jahr hat in Sachen festiver Veranstaltungen einiges zu bieten. Hier eine kleine Auswahl.

Das Festival von Tataouine
In den Ksars (Speicherburgen) in der Nähe von Tataouine findet jedes Jahr Mitte/ Ende März das Festival von Tatatouine statt. Verschiedene Folkloregruppen stellen hier das bunte Leben der Sahara vor: Pferderennen, Windhundrennen, Hochzeitstänze etc.

Das Festival von Meknassy
Hier sollte jeder hin, der Pferde mag. im von der Küstenstadt Sfax 120 km entfernten Maknassy treffen sich Züchter der prächtigen Araberpferde. Hier messen sie im Rennen ihre Tiere und am Ende laden bunt geschmückte Pferde und Reiter zu einem Spektakel ein.

Das Internationale Jazz-Festival von Tabarka
Die Hafenstadt Tabarka im Nordwesten Tunesiens steht für wunderbare Korallenriffs, unglaubliche Felslandschaften und traumhafte Sandstrände. In den 70er Jahren warb man dann mit dem beinahe schon legendären Slogan „Je ne veux pas bronzer idoit“ für das Internationale Festival von Tabarka. Nicht nur der Sonne sollte man sich stundenlang unterlegen, sondern auch der Kultur. Das 1961 gegründete „Fete du Corail“ wandelte sich im Laufe der Jahre zum internationalen Jazz-Treff. Unter freiem Himmel faszinieren Jazz- und Blues-Grössen wie Ernest Ranglin, Dee Dee Bridgewater, Manu di Bango, Kid Creole & Coconuts, Faouzi Chekili oder Cesaria Evora alljährlich eine Woche lang zahlreiche Tunesier, Touristen und Jazzliebhaber. Austragungsort ist die frühchristliche Basilika, die auf Fundamenten römischer Zisterne erbaut wurde.

Die Internationalen Sommerfestivals von Carthage, Hammamet und Sousse
Im Juli und August wird hier gefeiert, Theater gemacht, Musik gespielt und getanzt. Mit Künstlern aus Tunesien, dem Libanon, Ägypten oder auch Europa.

Das Klassik Festival von El Jem
Das 230 n. Chr. entstandene Kolosseum von EI Jem wird jedes Jahr im Sommer zu neuem Leben erweckt. Ein idealer Konzertschmaus für alle Klassikfans. Renommierte Kammerorchester wie z.B. das „Orchestre de chambre de Versailles“ oder das Orchester des Wieneropernballs lassen die Klänge vergangener Zeiten zum unvergesslichen Erlebnis werden.

World Music Festival von Tabarka
Treffpunkt für World Music Fans mit internationalen Gruppen wie Las Ketchups oder Havana Mambo, sehr viel modernen Berberklängen und arabischen Ethno Electro.

Die Internationalen Film- und Theatertage von Karthago
Verschiedene Theatertruppen aus dem ganzen Land präsentieren ihre neuen Produktionen. Filme aus dem Maghreb und Afrika werden hier vorgestellt. Und dazu gibt es Vorführungen der grossen internationalen Produktionen.

Das Festival Octobre Musical
Auf dem Byrsa-Hügel, hoch über dem Golf von Carthage, lassen klasssische Klänge die alten Mauern Karthagos jedes Jahr im Oktober wieder zum Leben erwecken. 2006 findet das Musikfestival zum 12. MaI statt. In der alten Basilika St.Louis präsentieren sich Ensembles aus den verschiedenen Ländern der Welt mit Klavier-, Viloline oder Luthekonzerte und lyrischen Gesängen.

Festival der Medina
Zum 26. MaI wird dieses Jahr während der Nächte des Ramadan das Festival der Medina in Tunis stattfinden. In einigen der alten Paläste der Medina wie das Dar Lasram oder dem Palais Kherredine, aber auch ausserhalb wie unter anderem in dem Theatre Municipal, einem aussergewöhnlich interessanten Art Deko Bau, wird viel Musik, Theater und Tanz gezeigt. Im letzten Jahre eröffnete die Tunesierin Dorsaf Hamdani das Festival mit Liedern der ägyptischen Legende Oum Khalsoum. Zwischen Moderne, Klassik und Tradition konnte der Besucher zwischen pakistanischen Soufigesängen, portugiesischem Fado, klassischen Klängen aus Asserbaijan, Jazz aus Senegal oder Theater aus Spanien sich sein Programm aufstellen. Und jedes Jahr geben auch internationale Stars wie etwas Jane Birkin, Cesaria Evora und Georges Moustaki ihr Stelldichein.

Saharafestival von Douz
Zwischen weiten Dünen und märchenhaften Palmengärten liegt Douz. Die tunesische Oasenstadt wird im Volksmund als „Tor zur Wüste“ bezeichnet. Jedes Jahr findet hier im Dezember das internationale Saharafestival statt. Der bedeutendste Event Nordafrikas hat unter Einheimischen und Liebhabern schon beinahe den Status einer Longchamp-Veranstaltung. Was allerdings in unseren Breitengraden mit Mondänem in Zusammenhang gebracht wird, das wird hier zum folkloristischen Fest der Sinne. Farbenprächtig, freudig und ausgelassen zeigen sich Teilnehmer und Zuschauer, wenn Berber- und Nomadenstämme aus den verschiedenen Regionen Tunesiens, Nordafrikas und Mauretaniens mit ihren prächtigen Kamelen um die Wette reiten, wenn elegante Windhunde sich ein Rennen geben oder ein Märchenerzähler schöner und schneller die alten Traditionen zu erzählen weiss als ein anderer.

Festivals nach Monat aufgelistet

März
*
Festival von Tataouine
* Festival der Bergoase Tamerza
* Kraken-Festival auf der Kerkennah-Insel

April
*
Ksar Festival Beni Mhir
* Ksar Festival in Tataouine
* Orangenblütenfest in Beni Khalled (Nabeul)
* Teppich-Festival von Kairouan
* Festival der Keramik in Nabeul

Mai
*
Festival von Meknassy mit Pferderennen
* Festival der Rosen in Ariana
* Frühlingsfestival von in El Haouria auf Cap Bon
* Araberpferde Festival von Sidi Thabet

Juni
* Falken-Festival in El Haouria

Juli

* Festival der Pferde Ben Guerdane
* Internationales Kulturfestival Bizerte
* Maalouf Festival Testour 2. Julihälfte
* Korallenfest in Tabarka
* Fischerfest von La Goulette
* Schwammtaucher Festival von Zarzis
* Internationales Festival von Monastir
* Internationales Festival im Amphitheater von El Jem
* Odysseus Festspiele” Festival d´Ulyssee in Houmt Souk/Djerba
* Meeresfest in Mahdia “Féte de la Mer”
* Hafenfest im Yachthafen von Port El Kantaoui
* Internationales Festival im römischen Theater in Dougga
* Filmfestival Kelibia (alle 2 Jahre 2011, 2013 usw.)
* Kulturfestival Mahdia im Bordj el Kebir
* Kunstfestival Mahrès

Mitte Juli - Mitte August
Ende Juli - Anfang August

* Internationales Festival im Kulturzentrum von Hammamet mit Musik,
  Theater, Folklore, Tanz www.festivalhammamet.net
* Festival International de Carthage: Theater, Tanz, Folklore im römischen
  Theater von Karthago www.festivalcarthage.com
* Festival d´Aoussou von Sousse: Film, Folklore, Musik

August
*
Bourguibas Geburtstag 03.08. Folklorefest
* Fête de la Kharja Sidi Bou Said 2. Augustwochenende
* Shopping Festival von Tunis
* Keramik Festival von Guellala auf Djerba
* Holzskulpturen Festival von Ain Draham
* World Musik Festival von Tabarka Jazz-Festival www.tabarkajazz.com
* Festival von Sousse: Baba-Aoussou-Fest) Film, Folklore, Musik - Umzüge auf den Strassen

September
*
Weinfest von Grombalia

Oktober
* Internationale Theatertage von Karthago
* Internationales Filmfest Karthago (aller 2 Jahre) 2012, 2014 usw.
* Festival Octobre Musical in Karthago www.acropoliumcarthage.com

November
* Festival von Matmata
* Festival der Medina in Tunis www.villedetunis.com
* Kinderfilmfestival von Sousse
* Festival der Medina von Mahdia
* Internationales Oasen-Festival in Tozeur
* Olivenfest in Mahdia, Monastir und Kalaa Kebira

November/Dezember
* Internationales Sahara-Festival in Douz www.festivaldouz.org.tn
* Dattelfestival in Tozeur und Kebili Ende November ist die Ernte eingebracht
  und die Oasenstädtchen feiern mit bunten Umzügen und Folklore.
Festivals in Tunesien
Kultur, Religion, Sitten und Festivals
Tunesien ist ein Land, das zwischen Orient und Okzident oszilliert. Ein Hauch Europa, viel Moderne und natürlich der Charme aus 1001 Nacht und Wüstentraum geben dem Besucher das gewisse Mass an Entfremdung, aber auch an Gewohntem.

Tunesien hat eine 3000 Jahre alte Kulturgeschichte. Zahlreiche Zivili-sationen von Phöniziern über Römern, Byzantinern, Arabern, Mauren, Italiener oder Spaniern haben im ursprünglichen Land der Berber ihre Spuren hinterlassen, die heute in Alltag, in der Religon, den Speisen, Sitten und Gebräuchen der Tunesier zu finden sind.